Platz 3 für Sandra Barborseck bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften in Breitungen
Am Sonntag, den 22.09.2019, fanden die Deutschen Berglaufmeisterschaften in Breitungen statt. Im Vorfeld der Meisterschaften wurde unter den Bergläufern intensiv darüber diskutiert, ob man in der Region um Breitungen mit dem Pless (644 m) als höchster Erhebung überhaupt eine anspruchsvolle Strecke für eine Deutsche Berglaufmeisterschaft finden kann. Alle, die dann oben am Pless das Ziel erreicht hatten, waren sich einig, dass es dem örtlichen Veranstalter sehr gut gelungen war eine anspruchsvolle und sehr abwechslungsreiche Strecke zu finden, die bei vielen Teilnehmern für ordentlich Muskelkater gesorgt hat, der auch noch Tage später zu spüren ist.
Da Breitungen von Bebra aus in etwas mehr als einer Stunde erreichbar ist, hatten sich Sandra Barborseck und Armin Hast (beide TV 03 Breitenbach) entschieden teilzunehmen, auch wenn sie kein spezifisches Bergtraining absolviert hatten. Im Vorlauf des Tages sollte sich zeigen, dass beide offenbar durch die profilierten Nordhessencupstrecken und das Training in der hügeligen Region um Breitenbach, trotzdem auf die Anforderungen gut vorbereitet waren.
Insgesamt mussten auf der 13,4 km langen Strecke 765 Höhenmeter bergan und 420 Höhenmeter bergab zurückgelegt werden.
Der erste Start um 10.00 Uhr war den Männern vorbehalten. Die Frauen starteten genau eine halbe Stunde später. Bei Temperaturen um 15°C und sonnigem Wetter herrschten zu den Startzeiten ideale Laufbedingungen für die 227 Teilnehmer.
Nur 50 m nach dem Start machte Armin Hast Bekanntschaft mit der aus Schotter bestehenden Anfangspassage, da ihm ein Mitläufer zu Fall brachte. Er war jedoch sehr schnell wieder auf den Beinen und fand sich schnell im Mittelfeld wieder.
Nach einem 2 Kilometer langen ansteigenden Beginn zweigte die Strecke in die erste teilweise weiter bergauf führende Trailpassage ab. Hier war Koordination gefragt, um zügig über Wurzeln und Steine zu laufen. Nach einem flachen Kilometer ging es dann nach 4 Kilometern auf einem Trailweg steil bergab. In diesem Bereich war es erforderlich das richtige Maß zwischen Geschwindigkeit und Trittsicherheit zu finden, um nicht zu stürzen. Nach ein paar flachen Metern begann ein immer steiler werdendes Teilstück, das in der Hirschwand gipfelte, die nach Angaben des Veranstalters eine Steigung von mehr als 40 % hatte. In dieser Passage war an laufen nicht zu denken. Oben angekommen galt es schnell wieder Tempo aufzunehmen, um die sich anschließende Flachpassage zügig hinter sich zu bringen, bevor das Gefällestück nach 7,5 Kilometern zum zweiten Mal gelaufen werden musste. Der folgende Anstieg war in der zweiten Runde nur zur Hälfte zu laufen. Bis Kilometer 10 ging es dann nochmals unterschiedlich steil bergab, bevor es dann galt auf den letzten knapp 3,5 Kilometern noch einmal knapp 300 Höhenmeter zu überwinden. Die letzten 1,4 Kilometer führten dann über Wurzelwege ins Ziel am Fuße des Plessturms.
Armin Hast hatte sich die Strecke sehr gut eingeteilt und konnte von Kilometer 2 bis ins Ziel fast 30 Teilnehmer überholen. Bei den Bergabpassagen, die ihm normalerweise nicht so gut liegen, konnte er zu seiner eigenen Überraschung dieses Mal sogar Mitläufer überholen. Das Ziel erreichte er nach 1:13:00 Stunden, was Platz 12 in der M 50 bedeutete.
„Eine interessante, anspruchsvolle und abwechslungsreiche Strecke, bei der man zu jedem Zeitpunkt konzentriert sein muss“, waren seine Eindrücke.
Sandra Barborseck konnte sich von Beginn an im ersten Drittel des weiblichen Teilnehmerfeldes einreihen. Auch sie hatte sich das Rennen auf der unbekannten Strecke gut eingeteilt und hatte noch immer ein paar Reserven, da man ja nicht genau wusste, was eventuell noch kommen könnte.
Nach 1:17:54 Stunden erreichte sie das Ziel auf Platz 20 aller weiblichen Starter. In der Altersklasse W 45 konnte sie mit dem dritten Platz ihr Vorjahresergebnis vom Brocken eindrucksvoll bestätigen und freute sich über einen weiteren Podestrang auf nationaler Ebene.
Auch Sandra Barborseck war von der Charakteristik der Strecke positiv überrascht. „Aufgrund der ständig wechselnden Untergründe und der unterschiedlichen Steilheit der Bergan- und Bergabpassagen hatte man fast keine Chance einen Rhythmus zu finden, andererseits führte dies aber auch dazu, dass der Lauf sehr kurzweilig war.“, war ihr positives Fazit.
Auf dem 8 Kilometer langen Rückweg, der mit vielen anderen Läufern zum Auslaufen genutzt wurde, ließ man noch einmal die Eindrücke Revue passieren, bevor in der Sporthalle geduscht werden konnte und anschließend die Siegerehrung stattfand.

