Nina Stein beim Pitz Alpine Glacier Trail in Tirol
Der Pitz Alpine Glacier Trail in Tirol sollte der letzte Qualifikationslauf für den Ultra Trail du Mont Blanc sein. Würde Nina Stein (TV 03 Breitenbach) hier im Zeitlimit ankommen, hätte sie genug Qualifikationspunkte für eine Anmeldung erlaufen. Angemeldet war sie für den „P42-Riffelsee“ – ein Marathon der tatsächlich 45 Kilometer umfasste und 2.700 Höhenmeter im Aufstieg bereithielt. Es war also von vornherein klar, dass dies kein einfaches Unterfangen werden würde; zumal auch die Durchgangszeiten nicht gerade sehr großzügig bemessen waren. Dennoch gingen am 4. August 2018 insgesamt 94 Läufer an den Start. Der Startschuss fiel um 7 Uhr in den wirklich kleinen Ort Mandarfen. Es waren insgesamt zwei Runden zu absolvieren, wobei die erste Runde 29 Kilometer umfasste und die zweite dann weitere 16 Kilometer. Die erste Runde musste dabei binnen 7 Stunden geschafft sein, andernfalls war für einen das Rennen vorzeitig beendet. Für gewöhnlich sollte es ja kein Problem sein, innerhalb von 7 Stunden 29 Kilometer zu absolvieren….
Der Startschuss fiel um 7 Uhr im Zentrum von Mandarfen. Nach einem Kilometer erreichte man bereits die erste schwierige Bergaufpassage: Es galt knapp 700 Höhenmeter auf einer Distanz von 3,5 Kilometern zu bewältigen, wobei die Strecke äußerst steinig und unwegsam war. Den Gedanken daran, dass man später diesen Anstieg nochmals bewältigen musste, nämlich auf der zweiten Runde, schob man erst einmal beiseite. Nach knapp 5 Kilometern erreichte man die erste Verpflegungsstation auf der Sunna Alm auf einer Höhe von 2.300 Metern. Ein Blick auf die Uhr ließ einen staunen: Knapp 1 Stunde für 5 Kilometer! Kurz hochgerechnet hieß das: Nicht trödeln, sonst könnte es tatsächlich knapp werden mit den 7 Stunden für 29 Kilometer.

Die Strecke führte sodann um den Riffelsee bevor sie weiter hoch Richtung Gletscher abbog. Das Gelände wurde stetig unwegsamer und steiler. Es galt Geröllfelder zu durchlaufen und Bäche zu überwinden. Der Glacier Trail war als äußerst technisch ausgeschrieben und er hielt diese Versprechung auch. Man musste flink und wendig sein, um in einem einigermaßen moderaten Tempo voranzukommen. Nach 16 Kilometern hatte man schließlich den höchsten Punkt der Strecke – das „vordere Köpfle“ auf 2.600 Metern Höhe – erreicht. Hier hatte man einen sehr schönen Blick auf den nahen Gletscher. Dann ging es über steile Trails wieder bergab Richtung Mandarfen. Die erste Runde hatte Nina Stein nach 5:18:00 Stunden im Zeitlimit absolviert. Die zweite Runde folgte im groben Verlauf der ersten, wobei der erste Anstieg wie erwähnt erneut zu absolvieren war. Wie befürchtet, erwies es sich als äußerst anstrengend nochmals diese 700 Höhenmeter hochzukommen, nachdem man bereits 30 Kilometer hinter sich hatte. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis wieder die Sunna Alm in Sicht kam und das Gelände wieder etwas moderater wurde.

Nach 8:29:47 Stunden erreichte Nina Stein das Ziel in Mandarfen auf Platz 11 im Gesamteinlauf der Frauen, insgesamt kamen 22 Frauen ins Ziel. Von den 94 gestarteten Läufern erreichten letztlich nur 66 das Ziel. Fast ein Drittel hatte die Durchgangszeiten nicht geschafft oder von selbst aufgegeben. Daher war Nina Stein äußerst zufrieden mit ihrem Ergebnis.

