Laufen

Heimische Läufer erfolgreich beim 46. Rennsteiglauf

Armin Hast

Der traditionelle Gutsmuths-Rennsteiglauf lockte am 26.05.2018 bei seiner 46. Auflage
15.868 Starter in den Thüringer Wald und zählt damit zu Europas größten
Crossläufen. Zur Auswahl standen wie üblich verschiedene Distanzen, vom Halbmarathon über den Marathon bis hin zum Supermarathon über 73,9 km. Auf den verschiedenen Strecken gingen einige heimische Läufer an den Start.

Den Anfang machten die Supermarathonis: Der Startschuss für die knapp 2.000 Teilnehmer fiel bereits um 6 Uhr früh auf dem Marktplatz in Eisenach. Die Strecke führte aus Eisenach hinaus hoch auf den Großen Inselsberg, der nach ca. 26 km erreicht wurde. Bis dahin waren schon einige Höhenmeter zu überwinden, so dass ein sehr defensives Lauftempo geboten war. Vom Großen Inselsberg ging es dann mit geringen Höhendifferenzen über den Spießberg und das Possenröder Kreuz zur Verpflegungsstation „Ebertswiese“. Dort hat man Kilometer 37,5 erreicht und somit die Hälfte der Strecke geschafft. Über den Glasberg und den Sperrhügel führte die Strecke nun langsam Richtung Oberhof. Bei Kilometer 54,7 erreichte man die Verpflegungsstation „Grenzadler“. Bis hierher war ein Zeitlimit von 9 Stunden angesetzt. Wer später kam, wurde aus dem Rennen genommen. Zudem bestand die Möglichkeit mit Zeitnahme aus dem Rennen auszusteigen. Aber wer will das schon? Schließlich ist das Ziel jetzt nur noch an die 20 Kilometer entfernt! Allerdings steht nun noch der Anstieg zum Großen Beerberg bevor, dem höchsten Berg des Thüringer Waldes. Über Schmücke führt die Strecke zur letzten Verpflegungsstation „Bierfleck“, die man nach 69,3 Kilometern erreicht. Nun war es nicht mehr weit: Über den Skilift am Eisenberg erreichte man nach 73,9 Kilometern das Ziel in Schmiedefeld. Insgesamt waren auf der Strecke knapp 1.900 Höhenmeter im Anstieg und 1.400 Höhenmeter im Abstieg zu überwinden. Eine zusätzliche Erschwernis boten die stetig steigenden Temperaturen. Schon auf den ersten Kilometern kam man richtig ins Schwitzen, zum Ende des Laufs wurde es eine Art „Hitzeschlacht“.

Im Starterfeld dabei waren Manuel Unruh, Uwe Herzig und Nina Stein (alle TV 03 Breitenbach) sowie Frank Schölzchen (LC Marathon Rotenburg). Manuel Unruh hatte sich mehr als ein halbes Jahr intensiv auf sein Debüt vorbereitet. „Als gebürtiger Oberhofer musste ich natürlich den Rennsteig-Supermarathon irgendwann bewältigen“, waren seine Worte, die ihn motivierten die Anstrengungen in Angriff zu nehmen. Bis kurz vor dem Grenzadler lief es sehr gut, obwohl die schwüle Witterung dazu führte, dass man stark schwitzte und gar nicht ausreichend Flüssigkeit aufnehmen konnte. Ab Kilometer 50 kamen muskuläre Probleme hinzu, ein Ausstieg war jedoch keine Option. Stattdessen nahm er wenig Tempo heraus, um keine Krämpfe zu bekommen. Nach 7:37:10 Stunden überquerte er überglücklich die Ziellinie auf dem Sportplatz in Schmiedefeld auf Platz 48 der M 45 und war stolz die Medaille und das Finisher-Shirt entgegenzunehmen. Uwe Herzig hatte den Ultramarathon bereits sehr häufig absolviert. Er erreichte das Ziel nach 10:04:32 Stunden und belegte damit Platz 242 in der Altersklasse M 50. Für Nina Stein hingegen war es der erste Lauf über eine Distanz von mehr als 50 km, so dass hier das Ziel schlichtweg „Ankommen im Zeitlimit“ hieß. Sie lief nach 10:38:08 Stunden in Schmiedefeld über die Ziellinie und belegte damit Platz 36 in der Altersklasse W 35. Frank Schölzchen finishte nach 11:56:20 Stunden auf Rang 308 in der Altersklasse M 50.

Auf der Marathon-Distanz starteten bei bestem Läufer-Wetter, wobei die im Laufe des Vormittags schnell steigenden Temperaturen den Teilnehmern einiges abverlangten, 3.304 Starter von Neuhaus am Rennweg in das schönste Ziel der Welt nach Schmiedefeld. Insgesamt weist die Marathonstrecke eine Höhendifferenz von 770 m auf und verlangt durch die stets wechselnden Untergründe mit Steinen und Wurzelwerk auf Trails und Waldwegen den Teilnehmern alles ab.

Dieser Herausforderung stellte sich nach fünfjähriger Marathon-Abstinenz Torsten Schwarz vom TV 03 Breitenbach, der von der abwechslungsreichen Strecke durch die schöne Landschaft und der besonderen Atmosphäre sehr begeistert war. Dank der zielgerichteten Vorbereitung mit vielen Höhenmetern konnte er die zahlreichen Anstiege gut bewältigen, wobei die kniffligen Trailpassagen höchste Konzentration erforderten. Mit einer Zeit von 3:33:14 Stunden erreichte Torsten Schwarz auf Platz 17 der Altersklasse M 40 bzw. auf Platz 105 im Gesamteinlauf das Ziel in Schmiedefeld, wo alle Finisher frenetisch gefeiert wurden.

Ebenso beeindruckt von der Atmosphäre war sein Vereinskamerad Christian Engelmann, der die Stimmung an der Strecke und die wunderschöne Umgebung genoss. Überglücklich und sehr zufrieden mit seiner Zeit von 4:11:26 Stunden lief er auf Platz 98 der M 35 ins Ziel.

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