Laufen

Fantastischer Ausblick nach anstrengendem Berglauf

Armin Hast

Bei vier Breitenbacher Läuferinnen und Läufern reifte im Frühjahr diesen Jahres die Idee erneut an Senioren-Berglaufweltmeisterschaften teilzunehmen. Die Senioren-Berglaufmeisterschaften fanden im österreichischen Telfes im Stubaital statt. Aufgrund der weiten Anreise nutzten die vier Breitenbacher den Ort als Ausgangspunkt für drei Bergwanderungen vor dem eigentlichen Wettkampf, was mit einem schönen Muskelkater „belohnt“ wurde, der am Wettkampftag noch immer nicht komplett überwunden war.

Allein die Ausschreibung hörte sich schon sehr „interessant“ an: Telfes liegt auf einer Höhe von 985 m. Das Ziel am Kreuzjoch-Panoramarestaurant liegt in einer Höhe von 2.135 m. Die Männer sollten auf 11,5 Kilometern 1.150 Höhenmeter überwinden. Die Frauen, deren Start sich an der Mittelstation Froneben in einer Höhe von 1.350 m befand, mussten auf einer Strecke von 7,2 km 800 Höhenmeter bewältigen. Solch ein Streckenprofil hatten die Läufer bisher noch nicht absolviert, was im Vorfeld einige Fragen aufwarf, wie man sich einen solchen Lauf einteilen sollte. Nachdem man die Strecke drei Tage vorher in Wanderschuhen besichtigt, sich mit den Schwierigkeiten vertraut gemacht hatte und von den Anforderungen der Strecke beeindruckt war, standen Anja Schwarz-Granzow und Sandra Barborseck am Samstag, den 6. September 2014, bei besten äußeren Bedingungen und sehr angenehmen Laufbedingungen an der Startlinie der Mittelstation Froneben. Hartmut Kühl und Armin Hast warteten in der Ortsmitte von Telfes auf den Startschuss. Die einzelnen Altersklassen wurden beginnend bei den über 35-jährigen Teilnehmern mit einem Abstand von 15 Minuten auf die Strecke geschickt.

Die Männer liefen zu Beginn eine Schleife durch Telfes, bevor ein erster steiler Anstieg folgte. Bis Kilometer 3 verlief die Strecke mit moderaten Anstiegen, Singletrails und sogar einer kleinen Bergabpassage. Danach zeigte sich jedoch das wahre Gesicht der Strecke: Auf den nächsten zwei Kilometern mussten auf abwechslungsreichen Geläuf, das mit Wurzeln, Steinen und Bachquerungen durchsetzt war, 400 Höhenmeter überwunden werden. Danach konnte man bei einer Umrundung des Panoramasees den Ausblick „genießen“. Auch der Weg bis zur Schlickeralm verlief mit moderaten Steigungen. Unmittelbar danach begannen die letzten vier Kilometer, auf denen in Serpentinen noch einmal 460 Höhenmeter zurückgelegt werden mussten. Den spektakulären Schlusspunkt bot der Zieleinlauf: Hier musste eine sehr steile Holzrampe „erklettert“ werden, um über diese das Ziel zu erreichen.

Die Frauen mussten unmittelbar nach dem Start einen ersten mehr als zwei Kilometer langen steilen Anstieg bewältigen, bevor die Strecke am Panoramasee mit der Männerstrecke zusammentraf.

Die Strecke war in vielen Passagen von Zuschauern gesäumt, die die Teilnehmer immer wieder anfeuerten und motivierten. Im Ziel wurde die Läufer und Läuferinnen von einem grandiosen Blick in die Stubaitaler Bergwelt und Kaiserschmarrn für die Anstrengungen entschädigt.

Sandra Barborseck lief ein sehr kontrolliertes Rennen und fand schnell ihren Laufrhythmus. Nach einem verhaltenen Start konnte sie auf den ersten steilen Kilometern einige Läuferinnen überholen und reihte sich im vorderen Mittelfeld ihrer Altersklasse ein. Diese Position sollte sie bis zum Ziel nicht mehr verlieren. Mit einer Gesamtzeit von 51:03 Minuten konnte sie Platz 12 in der W 40 belegen. Mit dieser sehr guten Leistung war sie drittbeste Deutsche und konnte sich so in die deutsche Mannschaft laufen, die die Vize-Weltmeisterschaft in der W 40 erringen konnte. Ein Erfolg, mit dem im Vorfeld nicht zu rechnen war und der einen weiteren Höhepunkt in der bisherigen Karriere darstellt.

Für Anja Schwarz-Granzow, die sich seit mehr als sechs Monaten mit einer hartnäckigen Fersenverletzung plagt und daher nur wenige Laufkilometer absolvieren konnte, lief es viel besser, als sie erwartet hatte. Auch sie startete verhalten und konnte sich Position um Position nach vorne arbeiten. Im Ziel freute sie sich riesig über eine Zeit von 1:01:19 Stunden und Platz 21 in der W 45.

Auch Armin Hast und Hartmut Kühl gingen ihre Läufe aus Respekt vor der Strecke moderat an. Beide konnten sich aber bereits auf den ersten Anstiegen um einige Plätze nach vorne arbeiten. Aufgrund der Steilheit und der Beschaffenheit der Strecke konnten einige Streckenpassagen auf der ersten Hälfte nur gehender Weise zurückgelegt werden, so dass es schwer war einen Rhythmus zu finden. Dies war erst kurz vor dem Panoramasee möglich. Armin Hast lief auch die letzten vier Kilometer sehr gleichmäßig und erreichte das Ziel nach einer Zeit von 1:19:58 Stunden auf Platz 35 der M 45.

Auch Hartmut Kühl lief ein sehr konstantes Rennen und erreichte das Ziel um einiges schneller als gedacht nach 1:33:55 Stunden auf Platz 69 der M 50.

Am Abend wurden die Weltmeisterschaften mit einer sehr schönen Siegerehrung, Tiroler Spezialitäten und einer musikalischen Abschlussfeier beendet.

Die Senioren-Berglaufmeisterschaften haben bei den vier Breitenbacher Teilnehmern erneut einen bleibenden Eindruck hinterlassen, da viele Kontakte zu anderen nationalen und internationalen Startern geknüpft und viele neue läuferische Erfahrungen gesammelt werden konnten.

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