Drei Grenzen fallen beim Frankfurt-Marathon
Beim ältesten Stadtmarathon Deutschlands, der in diesem Jahr zum 30. Mal ausgetragen wurde und in dessen Rahmen die Hessischen Marathonmeisterschaften ausgetragen wurden, waren am Sonntag, den 30. Oktober 2011, sieben Läuferinnen und Läufer des TV 03 Breitenbach am Start. An den zentralen Punkten der Strecke wie beispielsweise der Alten Oper herrschte eine gute Stimmung unter den Zuschauern. Der Zieleinlauf in die Frankfurter Festhalle zählt nach wie vor zu den Highlights des Frankfurt-Marathons und entschädigt für die Anstrengungen des Laufs. Auch die äußeren Bedingungen an diesem Sonntag ließen auf einen perfekten Marathonsonntag hoffen. Bei Temperaturen zwischen 10 und 15 °C und nur ganz leichtem Wind herrschten nahezu optimale Laufbedingungen, die viele Teilnehmer für die Verbesserung ihrer persönlichen Bestzeiten nutzen konnten. Insgesamt erreichten 12.438 Teilnehmer das Ziel.
Martin Landau hatte sich wie auch Torsten Schwarz, Sandra Barborseck und Michael Rüger sehr gewissenhaft auf den Frankfurt-Marathon vorbereitet. Die Wettkampf- und Trainingsleistungen der letzten Wochen und Monate hatten viel Optimismus geschürt, dass sie ihre angestrebten Ziele erreichen könnten.
Nachdem es Martin Landau im Frühjahr in Hamburg nicht gelungen war, sich zu verbessern, hatte er sich das Ziel gesetzt, dieses im Herbst in Frankfurt zu realisieren. Er wollte im Ziel unter 2:48:48 Stunden bleiben. Bis Kilometer 36 machte er einen sehr entspannten und lockeren Eindruck. Erst auf den letzten 6 Kilometern musste er kämpfen und die Zähne zusammenbeißen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er jedoch bereits ein so großes Polster herausgelaufen, dass sein Vorhaben nicht mehr scheitern konnte. In 2:44:55 Minuten pulverisierte er seine bisherige Bestzeit um mehr als 10 Minuten und belegte Rang 72 in seiner Altersklasse. „Auf den letzten 6 Kilometern wurde es richtig hart, aber der Zieleinlauf und die Zeit haben mich für die Anstrengungen entschädigt“, äußerte sich Martin Landau im Ziel.
Torsten Schwarz war mit dem Ziel angetreten die 3 Stunden-Marke zu knacken. Da es im Startbereich sehr eng war, dauerte es ein wenig, bis er seinen Rhythmus gefunden hatte. Von da an spulte er die Kilometer wie ein Uhrwerk ab und lief beide Hälften nahezu gleich schnell. Im sicheren Gefühl sein Ziel zu erreichen, wich das Lächeln bis auf die Ziellinie, die er nach 2:58:21 Stunden (147. Platz M 35) überquerte, nicht mehr aus seinem Gesicht. „Es war ein tolles Gefühl von Beginn bis zum Schluss ständig auf der Überholspur zu sein im Bewusstsein sein Ziel erreichen zu können“, war der erste Kommentar zu seiner großartigen Leistung.
Sandra Barborseck und Michael Rüger waren ebenfalls mit dem Ziel gestartet, die Ziellinie nach weniger als drei Stunden zu überqueren. Sie hatten sich verständigt, so lange wie möglich gemeinsam zu laufen. Leider bekam Michael Rüger jedoch bereits bei Kilometer 13 Probleme, so dass er den Kontakt zu Sandra Barborseck abreißen lassen musste. Von da an kämpfte er sich bis ins Ziel, das er nach 3:24:02 Stunden (517. Platz M 40) erreichte. „Das heute war mein härtester Marathon. Ich musste fast 30 Kilometer mit dem inneren Schweinehund kämpfen, um nicht aufzugeben“, ließ Michael Rüger verlauten.
Sandra Barborseck verlor ihr Ziel nie aus den Augen und hatte sich bis Kilometer 30 bereits ein sattes Polster erarbeitet, von dem sie vor allen Dingen auf den letzten sechs Kilometer zehren konnte. Bei Kilometer 41 war ihr endgültig klar, dass sie die Drei Stunden-Grenze unterbieten würde, so dass sie die letzten Meter des Zieleinlaufs besonders genoss. „Die letzten 6 Kilometer waren schon sehr hart, aber ich es geschafft die magische Grenze zu unterbieten und freue mich sehr darüber“, war der erste Kommentar, nachdem die Erschöpfung ein wenig gewichen war. Die neue Bestzeit wurde zusätzlich noch mit dem Hessischen Meistertitel in der W 40 belohnt.
Walter Deist war sich wegen seiner aus Sicht nicht optimalen Vorbereitung im Vorfeld nicht sicher, welche Zeit er laufen könnte. Mit einer ersten Hälfte in 1:27:03 Stunden begann er das Rennen sehr couragiert. Auf den letzten 17 Kilometern musste er diesem hohen Anfangstempo Tribut zollen und verfehlte im Ziel die 3 Stunden-Marke mit einer Zeit von 3:00:58 Stunden (40. Platz M 50) nur hauchdünn. Trotzdem war er sehr zufrieden und sagte: „Wenn mir heute früh einer gesagt hätte, dass ich ganz knapp an 3 Stunden heran laufe, hätte ich ihm das nicht geglaubt.“
Anja Schwarz-Granzow, die sich nach ihrem erfolgreichen Ironman im Juli noch einen schnellen Marathon als Jahresabschluss vorgenommen hatte, lief die ersten 15 Kilometer zusammen mit ihrem Bruder Roland, dem jedoch die in den letzten Wochen der Vorbereitung aufgetretenen Achillessehnenbeschwerden so sehr plagten, das er den Lauf nach 25 Kilometern vorzeitig beenden musste. Anja Schwarz-Granzow hatte eine Zeit von knapp unter 3:30 Stunden angepeilt, was bis Kilometer 30 auch im Bereich des Möglichen war. Auf den letzten 12 Kilometern schwanden ihre Kräfte und sie büßte noch sehr viel Zeit ein. Das Ziel erreichte sie nach 3:42:04 Stunden auf Platz 90 der W 40. Nach dem Lauf sagte sie, dass sie die reinen Marathonläufe zukünftig eher als Erlebnisläufe genießen und sich nicht mehr für schnelle Zeiten quälen will.
