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Radsport

Abteilungen » Radsport | 06.09.2009 - geschrieben von Reinhard Scheuch
TVB-Quintett beim Ötztaler Radmarathon
„Ich habe einen Traum“, unter diesem Motto steht jedes Jahr der schwierigste Radmarathon Europas. Mit 238 km Länge und 5.500 Höhenmeter über vier Pässe sucht der Ötztaler Radmarathon seines Gleichen. Alleine der abschließende Anstieg von St. Leonard zum 1800 Meter höher gelegenen Timmelsjoch zählt zu den schwierigsten Alpenpässen.
Auch 5 Radsportler aus der Radsportgruppe des TV 03 Breitenbach wollten sich in diesem Jahr dieser Herausforderung stellen. Der Nentershäuser Joachim Gebhardt und der Bebraer Jörg Hansen zählen seit einigen Jahren zur Stammkundschaft des liebevoll genannten Ötzi. Reinhard Scheuch aus Breitenbach debütierte bereits vor 10 Jahren beim Ötzi und suchte noch einmal eine sportliche Herausforderung. Für den Breitenbacher Andreas Sander und den Bebraer Rolf Buchenau stand dieser bekannteste europäische Radmarathon zum ersten Mal auf der Saisonplanung.
Doch zunächst galt es, sich im Februar einen der 4000 begehrten Startplätze zu sichern. Diese wurden unter 13.000 Anmeldungen im Losverfahren vergeben. Beim 2. Losverfahren im März bekamen die fünf TVB-Radsportler dann die Zusage. Schnell war ein Quartier in Sölden gesichert und die sportlichen Vorbereitungen konnten nun erarbeitet werden. Bis Ende August hatten dann alle ihre 5 bis 7 Tausend Trainingskilometer in den Beinen.
Am Sonntag, den 30.08.2009, war es dann so weit. Morgens um 6.30 Uhr warteten 4.000 Radsportler auf ihre größte sportliche Herausforderung des Jahres. Von den Amateuren, wie auch von den Profis, wird der Ötztaler Radmarathon, wie in jedem Jahr, wirklich alles ab verlangen. Bei bitter kalten 4°C fiel der Startschuss in Sölden, zunächst ging es für die Fahrer 30 km das Ötztal hinab. In einem Tross mit 4.000 Radrennfahrern mit Geschwindigkeiten von teilweise deutlich über 60 km/h zu fahren, verlangt höchste Konzentration. Schon oft sind hier Träume durch Stürze schnell zerplatzt. An der Steigung zum Kühtai zog sich dann das Feld in eine endlos scheinende Schlange auseinander. 1.200 Höhenmeter waren hier zu erklimmen, an der steilsten Passage galt es über 800 Meter eine 16%-Steigung zu bewältigen. Nach anschließender rasender Abfahrt mit Spitzengeschwindigkeiten mit über 90 km/h ging es über Innsbruck zum Brennerpass. Erst bei der Abfahrt zum Fuße des Jaufenpass zeigte das Thermometer erstmals einen zweistelligen Wert. Nun galt es den bereits etwas ausgelaugten Körper mit reichlich Flüssigkeit und Kalorien zu versorgen. So ca. 8 Liter Flüssigkeit und 9.000 kcal wird bei einem solchen Bergrennen schon verbraucht. Über den mit 8% gleichmäßig ansteigenden Jaufenpass musste jeder Fahrer seine Kräfte einteilen, denn anschließend stand der schwierigste Anstieg zum Timmelsjoch an. Doch vorher ging die Tour über zahlreiche Serpentinen steil hinunter in das sonnige und warme St. Leonard. Bei über 30°C in der Sonne verschwanden Jacken, Westen, Handschuhe, Arm- und Knielinge in den Trikot-Rückentaschen, denn nicht alle hatten den Komfort der Spitzenfahrer, die von zahlreichen Betreuer und Helfer an der Strecke versorgt wurden. Mit gut ausgebeulten Rückentaschen fuhr so mancher in den brutalen Schlussanstieg. Hier trennt sich endgültig die Spreu vom Weizen. Hier zeigen sich die vielen Trainingseinheiten im Vorfeld. Auch wer bei Ernährungs- und Flüssigkeitsaufnahme während des Tages geschludert hat, wird an diesem Anstieg büßen müssen. 29 lange, niemals enden wollende Kilometer zum Timmelsjoch. Das Ziel Timmelsjoch, über 2 Stunden vor den Augen und dennoch scheint es nicht näher zu kommen. Warum tu ich mir das an? Diese Frage werden sich so einige gestellt haben. Aber irgendwann ist auch der Tunnel auf der Passhöhe erreicht und die Frage schon längst vergessen. Jetzt nur noch eine Hochgeschwindigkeitsabfahrt und dann über Obergurgl ab ins Ziel nach Sölden.
Das TVB-Quintett erreichte überglücklich das Ziel in Sölden und streiften sich das begehrte Finisher-Trikot zugleich über. Alle Fünf hatten ihre Erwartungen übertroffen und konnten teilweise ihre Bestzeiten deutlich verbessern. In dem stark besetzten Teamwettbewerb belegte das Quintett Platz 53. von 115 Teams. Ganz stark zeigte sich in diesem Jahr Joachim Gebhardt der seine gute Bestzeit aus dem Jahr 2007 nochmals um fast 20 Minuten verbessern konnte. In der Regionalwertung für Hessen belegte er unter 170 hessischen Radrennfahren den 2 Platz. Hervorragend auch die Zeit von Rolf Buchenau bei seinem Debüt. Mit der gewonnenen Erfahrung wird er die 9 Stundenmarke schon im nächsten Jahr angreifen. Mit den gleichen Bergaufzeiten wie Buchenau katapultierte auch Jörg Hansen seine Bestzeit deutlich nach oben. Reinhard Scheuch bestätigte seine vor 10 Jahren erreichte Zeit und zeigte sich damit sehr zufrieden. Auch der mit 48 Jahren älteste Breitenbacher Starter Andreas Sander zeigte sich angetan vom Rennen und möchte schon im nächsten Jahr die 11 Stunden knacken.
204. Gebhardt Joachim JG 64 Nentershausen M1 8:42.28,8
267. Buchenau Rolf JG75 Bebra AK 9:09.39,4
499. Hansen Jörg JG68 Bebra M1 9:23.45,1
558. Scheuch Reinhard JG64 Bebra M1 9:31.11,4
1464. Sander Andreas JG61 Bebra M1 11:02.59,2


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